FRAGE: „Wir möchten gerne, dass sich alle Links auf unserer Webseite in einem neuen Fenster öffnen.“

KINDERMANN-KG: Unserer Meinung nach ist das nicht mehr zeitgemäß und kommt noch aus der Zeit der „Frame“ Programmierung, bei dem festgelegt wurde, welcher Frame aktualisiert werden sollte. Gegen die Verwendung heute sprechen vielerlei Gründe.

Dominik Horn hat dies relativ knackig auf seiner Webseite (media-affin.de) dargestellt: 5 Gründe gegen den Einsatz von target=“_blank
1) Der User wird bevormundet
2) target=”_blank” spamt den User-PC voll
3) Zurück-Button und Mausgesten funktionieren nicht
4) target=”_blank” ist ein Webdesign-Fehler
5) Validität nicht immer gewährleistet

Wir möchten das um die folgenden 4 weiteren Punkte ergänzen:
6) Barrierefreiheit.
Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen – z.B. Menschen, die nicht einfach eine Maus bedienen können.
Für diese Nutzer sind 16 geöffnete TAB Fenster ein echtes Hindernis, wenn es darum geht wieder zurück zu finden oder diese TABs wieder schließen zu müssen. (Dazu gibt es auch bei allen Richtlinien zur Barrierefreiheit einen Hinweis. / TU Wien (Regel 10))

7) Auch ein “_blank” fördert sicher keinen Lesefluss.
Das Fenster oder der TAB wird ja nicht im Hintergrund geöffnet, sondern unterbricht das “Lesen”. (Das übrigens sowohl mit oder ohne _blank.)
Aber LESEN findet im Internet auch nicht mehr statt. Wir “scanen” – und suchen nach für uns relevanten Schlagworten oder Absätzen. Und zu diesen Begriffen suchen wir nach mehr Informationen. Das sollte der LINK dann auch liefern. Und dann ist es wichtig, dass es immer “vorwärts” geht. Von Link zu Text zu Link zu Text.
Aber das bitte immer im gleichen Fenster.

8) Und “Best Practice”: Google und Wikipedia (Keinerlei “_blank”-Links)
Wenn Google morgen alle Links in einem neuen Fenster öffnet, nutze ich morgen wieder Yahoo …

9) Ich bin mir aber ganz sicher, dass die “geheime Hauptangst” bei den meisten “_blank”-Anwendern darin liegt, den Nutzer durch einen LINK zu verlieren.
Da helfen aber nur bessere Inhalte.

2 Kommentare

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  1. Trotz der obigen Gründe:
    Bessere Inhalte?
    Wenn bspw. auf den Hersteller eines Produktes verwiesen wird, muss man damit rechnen, dass dieser den besseren Inhalt bietet.
    Nicht jeder kann den besten Inhalt liefern. Es kann nur einen geben.
    Auch wenn bspw. der Link auf eine Fremdseite mit deren pdf verlinkt wird, bspw. FAZ….pdf oder Betriebsbeschreibung.pdf oder Mustervertrag, dann kann ein User mit eingeschränktem Internetvolumen bei Handytarif beim Erkennen der großen Datenmenge (FAZ bspw. 8-36 MB) der „Fremdseite“ das Download abbrechen, ohne das gleich die vorherige Seite neu im Browser gesucht werden muss. Klar, technisch versierte Menschen finden auch in der Historie noch die Abgangsseite.
    Da ich als User eine andere Meinung vertrete, nur ****
    Jedoch habe ich Ihren Hinweis wegen Barrierefreiheit aufgegriffen und werde alle internen „Umleitungen“ überprüfen.

    • Kindermann-kg

      Danke für Ihre Ergänzung und Meinung! Ich würde es aber auch bei PDFs machen – denn in der Regel werden PDF/Dateien im Smartphone über eine extra „Funktion“ heruntergeladen – und gar nicht selbst im Browser geöffnet. Diesen Download kann man dann abbrechen. (Ist aber Smartphone spezifisch iphone vs android etc.)